20.05.2008 - 14:52 Historik Kolumne - Horsa

Hallo dodszene.de Community! Nach langer Abstinenz von mir, gibt es nun die endlich die fünfte Folge der Historik Kolumne. Dieses mal habe ich mich auf ein Thema eingelassen, was ich persönlich schon lange selbst mal hinterfragen wollte und somit gleich die Initiative ergriffen habe. Nach der letzten Kolumne fiel dod_glider, doch warum von der Map erzählen, wenn ein Wort mehr Stoff liefert als eine ganze Map. Genug geredet, nun geht die Lach- und Sachgeschichte auf Bildungsreise mit AnnaBolika.

Es ist sehr früh. Die Sonne wird in einigen Stunden bereits Horizont erscheinen. Lediglich ein dumpfes Licht lässt am Horizont erahnen, dass dort in schon wenigen Stunden das Licht der Welt in ihren Zügen den Tag erfüllen wird. Doch plötzlich wird der Himmel dunkler und dunkler. Ein Brummen wie ein Schwarm von Bienen erfüllt die Dämmerung. Moment? Hummeln in der Nacht? Ein riesiger schwarzer Schwarm ist jedoch am Nachthimmel zu erkennen, doch jedem war zu dem Zeitpunkt klar - es sind keine Insekten. Aufregung macht sich breit. Die Frauen beladen ihre Schubkarren mit Monition, die Tarndecken von den Flags werden gezogen und alle Geschütze in Position gebracht. Unglaublich blicken alle in den Himmel, tausende, nein abertausende Punkte am Himmel fliegen über uns hinweg. Jetzt, der Befehl zum Angriff. Die Flags schießen los, doch fast unerreichbar scheinen die Objekte am Himmel zu sein. Die Himmelsmacht scheint unüberwindbar. Die Frachtensegler und Fallschirmspringer landen zu tausend auf den weiten Feldern der Normandie. Das Gelände wird bedeckt von dicken Rauchschwaden.

Zu einem Luftlandemannöver während des 2. Weltkrieges war es üblich, dass Missionen in uglaublich hoher Breite ausgeführt wurden, da der Verschleis an Soldaten und Flugzeugen unglaublich hoch war. Dieses Thema wurde von den Machern von Day of Defeat in der Classic Version natürlich auch aufgegriffen. Als Mission galt es als Alliierter mit einem Glider eine Invasion zu starten und die feindlichen Linien zu durchbrechen um deren Flags und Funksysteme auszuschalten.

Der Glider oder zu deutsch Lastensegler war bei den britischen Truppen besser unter dem Spitznamen Horsa bekannt. Der Name Horsa stammt aus den angelsächsischen Kriegszügen, wo ein als Held namens Horsa gefeiert wurde, da er verantwortlich für die damalige Britannieninvasion und der Unterwerfung der Romano-Briten und Kelten war. Aber die genaue Bezeichnung des Horsa war Airspeed AS 51 Horsa. Dieser Typ von Lastenseglern wurde für spezielle Truppen und Missionen entwickelt. Der Vorteil daran war, dass anderst wie bei den Fallschirmspringereinheiten die Truppe von Beginn zusammen war und direkt nach der Landung ihrer Mission nachgehen konnten. Jedoch war die Absturtzgefahr sehr sehr hoch. Die Segler wurden zuerst von Schleppern von der Basis in Reihe in die Luft gezogen. Meisten waren 4-5 Segler an einem Zugflugzeug aneinandergekettet und bis zum Landepunkt gezogen. Dann klinkten die Flugzeuge aus und setzten zur Landung an, was sich als äußerst schwierig erwies. Die Piloten mussten zwischen Fallschirmspringern, den anderen Gleitflugzeugen und dem Beschuss der Axenmächte versuchen die Landung einzuleiten. Dies scheiterte größtenteils durch Kollisionen oder Problemen beim ausklinken bei den Schleppern, was dazu führte, dass die Überlebungschance sehr gering war. Die Bauweise der Gleiter waren zwar sehr robust und ermöglichten eine Landung in schweren Ebenen, aber waren ein sehr leichtes Ziel für die feindlichen Geschütze. Daher sind Bilder von abgestützten Horsas alles andere als eine Seltenheit.

Der Lastensegler wurde in 2 Bauweisen hergestellt. Die erste war ausschließlich für den Transport von Soldaten gedacht und bot Platz für 25 Soldaten und 2 Piloten. Später kam eine zweite Bauweise zum Einsatz, die sogenannte Horsa Mk II. Dieser war es möglich den Bug zu öffnen, so dass auch Fahrzeuge damit befördert werden konnten.

Die Tauglichkeit der Glider wurde bei ersten Einsätzen bei der Invasion auf Salerno und Norwegen erprobt. Nachdem man die Effektivität des Horsa erkannte, produzierte man für die Landung auf die Normandie fast 3000 Stück, die auch fast alle zum Einsatz kamen. Der Lastensegler ging allerdings aus der Erfinderschmiede der Wehrmacht hervor. Diese setzten zu Beginn des Krieges bereits vereinzelt Segler ein um unbemerkt Stellungen einzunehmen. Die Alliierten nahmen diese Technologie auch wahr und machten sich davon zugleich einen Nutzen zum Gegenangriff und begannen ebenfalls mit der Produktion von Seglern.

- - - Insgesamt bauten und nutzten 4 Nationen solche Segler, aber außer der britischen Variante Horsa wurde keiner wirklich effektiv in Gebrauch genommen. Die Briten hatten noch den General Aircraft Hotspur in ihrer Flotte, der aber mit einer Besatzung von nur 8 Mann nicht rentabel war und eine weitere Variante den General Aircraft Hamilcar, der sogar kleine Panzer transportieren konnte. In den USA baute man auf den Waco CG-4A, welcher immerhin schon 13 Mann Platz bot. In Deutschland bot der DFS-230-Lastensegler Platz für 8 Personen und die Messerschmitt Me 321 die als ein Meisterwerk der Flugkunst bezeichnet werden kann, da diese der größte Lastensegler der Geschichte ist und in Rekordzeit konstruiert und erbaut wurde. Insgesamt konnte die Me 321 etwa 20 Tonnen transportieren. Die Russen konnten sich das natürlich nicht nehmen und mussten ebenfalls im Wettstreit mitwirken. Die Sowjets bauten insgesamt zwei Typen. Die Antonow A-7 und die Gribowski G-11 die aber beide nur eine geringe Kapazität hatten und mehr zur Nachschubversorgung eingesetzt wurden.
 
 
Dies war die fünfte Folge unserer Historik Kolumne um Day of Defeat. Für die weiterem Kolumnen ist natürlich wieder die Unterstützung von Euch Spieler notwendig, indem ihr wieder jedemenge Vorschläge in den Commentbereich schreibt. Hoffe Ihr hattet mal wieder Spaß an dieser Reihe und werdet mir/uns weiterhin treu bleiben. 
 
. Quellen für Text und Bild: wikipedia.org - MS Encarta 07 - Brockhaus - www.raf.mod.uk - www.strijdbewijs.nl - www.britannica.com - google.de

#1 von 20.05.2008 - 19:29
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goil! =D gleich mal public zocken!!!11 ;)

#2 von tob1 20.05.2008 - 22:33
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nice :)

#3 von 20.05.2008 - 22:55
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jou, hab schon lange darauf gewartet.

N1

#4 von Ironh1de 20.05.2008 - 23:26
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Gibts für das Szenario ne source map oder wie?

#5 von 20.05.2008 - 23:28
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netter report!

jetzt weiß ich endlich was die Möwe auf salerno darstellen soll^^

#6 von 21.05.2008 - 10:19
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Schön!

#7 von Judge Dark Clanmitglied 21.05.2008 - 10:58
  Deutschland Homepage: http://www.legiongermania.com Offline zitieren

Endlich mal wieder was von AnnaBolika ... schöner Artikel.
Der Lastensegler wurde z. B. auch erfolgreich von den Deutschen zu Beginn des Krieges genutzt, insbesondere ist hier der Angriff auf EbenEmael zu nennen! Dieser Angriff sowie der folgende auf Kreta führten dazu, dass die Alliierten ihrerseits mit dem Aufbau einer Fallschirmtruppe begangen, während Deutschland aufgrund der großen Verluste auf Kreta von diesen Sprungeinsätzen abstand nahmen.

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